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HANSA Podcast

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By: Michael Meyer Joshua Wygand
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Willkommen zum HANSA Podcast! Ab sofort sprechen wir im maritimen Talk mit interessanten Gästen über das, was sie und die Branche bewegt!© HANSA Economics
Episodes
  • #125 Seelotsin Miriam Schlüter: Von rund 850 Seelotsen sind wir nur vier Frauen
    Mar 19 2026
    Wie sieht der Arbeitsalltag einer Lotsin auf dem Nord-Ostsee-Kanal aus, welche Anforderungen bringt der Beruf mit sich und wie kommt man heute überhaupt in die Lotsenausbildung? Darüber spricht Miriam Schlüter in der aktuellen Folge des HANSA Podcasts. Sie ist Seelotsin auf dem Nord-Ostsee-Kanal und war die erste weibliche Lotsin in ihrem Revier. Miriam Schlüter erläutert darin ausführlich, wie die Lotsenbrüderschaft NOK 1 aufgestellt ist und welche Weichen gestellt wurden. Im Gespräch geht es um den Verkehr auf der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt, um Verantwortung und Kommunikation an Bord sowie um den eigenen Berufsweg in eine nach wie vor stark männerdominierte Branche. Schlüter beschreibt den Lotsenberuf als anspruchsvolle nautische Aufgabe mit hoher Verantwortung. Die Seelotsen auf dem Nord-Ostsee-Kanal, mitunter auch scherzhaft als „Grabenfahrer“ bezeichnet, übernehmen dabei weit mehr als reine Streckenbegleitung. Auf dem NOK gehe es nicht nur darum, Schiffe sicher durch den Kanal zu führen, sondern auch darum, Kapitäne in anspruchsvollen Situationen zu beraten und ihnen frühzeitig Sicherheit zu vermitteln. „Man muss ihnen einfach vorher sagen, was passieren wird“, sagt Schlüter, die auch die Reaktionen der Seeleute beschreibt. Zugleich macht die Lotsin deutlich, dass der Berufsalltag stark von äußeren Faktoren abhängt. Wetterlage, Verkehrsaufkommen und Schiffsgrößen beeinflussen, wann und wo ein Einsatz ansteht. Gearbeitet werde auf dem Kanal auch regelmäßig an Wochenenden. Besonders bei rauem Wetter über Dänemark steige der Verkehr auf dem NOK häufig an, weil mehr Schiffe den geschützten Weg durch den Kanal wählten. Ein weiterer Schwerpunkt der Folge ist Schlüters persönlicher Weg in die Schifffahrt. Im Gespräch geht es auch um Frauen in der Seelotserei. Schlüter beschreibt ihre Sichtbarkeit als „Rückenwind“. Sie wolle damit auch anderen Frauen zeigen, dass der Beruf für sie offensteht. Noch immer ist der Frauenanteil sehr gering. „Wir sind bei ungefähr 850 Seelotsen und davon sind wir vier Frauen“, sagt sie. Umso wichtiger sei es, Vorbilder sichtbar zu machen und den Beruf stärker bekannt zu machen. Mit Fachkompetenz lasse sich dabei auch Skepsis schnell entkräften. Zudem erläutert sie die heutigen Zugangswege in die Lotsenausbildung und den hohen Nachwuchsbedarf.
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    27 mins
  • #124 KI, Häfen, "Mann über Bord" – Lufthansa-Experten über digitale Trends
    Mar 4 2026
    Wie weit ist die Digitalisierung der Schifffahrt tatsächlich und wo liegen die größten Hebel für Effizienz, Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit? Darüber sprechen Dennis Büchner und Dominic Bäuerle von Lufthansa Industry Solutions in der aktuellen Folge des HANSA Podcasts. Das Unternehmen ist vielen aus der Luftfahrt bekannt, betreut jedoch seit Jahren auch Projekte für Häfen, Terminalbetreiber, Reedereien und Werften. Die maritime Wirtschaft ist heute ein fester Bestandteil des Geschäfts – nicht zuletzt, weil Logistik nur im Zusammenspiel verschiedener Verkehrsträger funktioniert, wie Büchner betont. Dabei unterliegt die Branche typischen Marktzyklen. In der Logistik und Schifffahrt zeigen sich regelmäßig "Schweinezyklen", bei denen Nachfrage, Kapazitäten und Investitionen im Abstand weniger Jahre deutlich variieren. Für IT-Dienstleister bedeutet das, flexibel auf unterschiedliche Marktphasen reagieren zu müssen. Im Podcast geht es unter anderem um die Rolle künstlicher Intelligenz (KI) in der Schifffahrt. Viele Anwendungen sind bereits im Einsatz, ohne dass Nutzer sie bewusst wahrnehmen. Im Hafen- und Terminalbetrieb befindet sich KI jedoch oft noch im Pilotstadium. Entscheidend sei daher nicht nur die Technologie selbst, sondern auch die Einbindung der Mitarbeitenden und der Aufbau von Know-how in den Unternehmen. Ein konkretes Beispiel liefert Büchner aus der Kreuzfahrt: Systeme zur automatisierten „Mann-über-Bord“-Erkennung, die Kamerabilderkennung, Wärmebildtechnik und Lidar-Sensorik kombinieren. „Ziel ist es, Reaktionszeiten zu verkürzen und Leben zu retten“, so der Business Director Maritime Industry. Neben KI stehen Cybersecurity und Resilienz zunehmend im Fokus. "Gerade in den letzten Jahren sehen wir stark steigenden Bedarf bei IT-Security", so Bäuerle. Gleichzeitig bleiben klassische IT-Themen relevant – von Frachtdatensystemen über Hafenbahnsoftware bis hin zu Cloud-Migrationen und Finanzplattformen. Auch beim Umgang mit Gefahrgut und der Stauplanung kann KI unterstützen, etwa durch Mustererkennung in historischen Daten. Klar sei jedoch: "Die Systeme liefern Empfehlungen, die finale Entscheidung trifft weiterhin der Mensch", so Büchner. Ein weiteres Thema der Episode sind digitale Zwillinge und ihre möglichen Anwendungen in Häfen und Flottenmanagement – von Wartungsstrategien bis zu Prozesssimulationen.
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    28 mins
  • #123 Marine, Meyer Werft, USA, EU – VSM-Chef Lüken im Schiffbau-Gespräch
    Feb 13 2026
    Reinhard Lüken, Hauptgeschäftsführer beim deutschen Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM), ist ein erfahrener Experte für das Werften-Geschäft. Seit Jahren warnt er vor einer wachsenden Abhängigkeit der Schifffahrt von der asiatischen, speziell chinesischen, Schiffbau-Industrie. Er fordert deutlich mehr Engagement seitens der hiesigen Politik, um einen fairen Wettbewerb mit den staatlich enorm unterstützen Werften in Fernost zu ermöglichen. Angesichts der welt- und geopolitischen Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit sieht er jetzt einen veränderten Realitätssinn in Berlin. Allerdings spricht er sich auch für einen stärkeren europäischen Schulterschluss aus: "Wir werden die Themen nicht alleine national lösen und dürfen nicht den Weg gehen, den wir in den letzten 20 Jahren gegangen sind", sagt Lüken im HANSA Podcast. In der Episode spricht er über den Marine-Schiffbau, der großes Potenzial berge sowie eine große Nachfrage in auch in den anderen Segmenten, in denen die deutschen Werften aktiv sind. Aber: "Nur mit Highend können wir die kritische Messe unter Umständen nicht aufrechterhalten." Eine Verdopplung des Umsatzes der Schiffbau-Industrie hält er dennoch für "nicht überambitioniert", sieht die Branche in einer "absoluten Wachstumsphase". Lüken spricht unter anderem über die Übernahme von NVL aus der Lürsse-Gruppe durch den Rüstungskonzern Rheinmetall, die Querelen um die Meyer Werft sowie seiner Ansicht nach schwierige Aspekte in der Sanierung nach dem Staatseinstieg. Außerdem geht es um das deutsche Vergaberecht ("Der Auftrag nach Spanien war ein Fehler"), Vor- und Nachteile von Staatswerften, die Politik der US-Regierung Trump für die Werften ("Wir können den Amerikanern helfen") und den vieldiskutierten Jones Act sowie die anstehende Nationale Maritime Konferenz in Emden. Von dem Treffen von Politik und maritimer Wirtschaft erwartet er deutlich mehr Konkretes als von der letzten Ausgabe in Bremen vor einigen Jahren: "Unser Anspruch an eine Nationale Maritime Konferenz ist größer", so Lüken, der auf entsprechende Initiativen aus der Wirtschaft sowie Gespräche mit Wirtschaftsministerin Reiche und den Maritimen Koordinator der Bundesregierung, Christoph Ploss, eingeht.
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    40 mins
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